Unmosqued: Bemosqued : Remosqued :

Salam Alaikum,

Vor kurzem hatte ich die Möglichkeit mir den Film Unmosqued anzuschauen. In einem vorherigen Post, hatte ich den Trailer dazu und meine ersten Eindrücke gepostet. Die waren damals, soweit ich mich erinnern kann, etwas gemischt und durcheinander. Ich wusste ehrlich gesagt nicht wirklich, was ich darüber denken sollte. War dennoch begeistert, dass es Themen anspricht unter denen wir als Muslimische Community, wo auch immer wir uns befinden, leiden. Der Film basiert daher auf Amerikanischen Verhältnissen, doch die gleichen Probleme herrschen auch hier in England und wahrscheinlich auch in Deutschland.

Die About Seite der Webseite des Dokumentarfilms sagt über den Film: „UnMosqued ist ein Dokumentarfilm, der beabsichtigt die wachsende Notwendigkeit von Reformen in vielen Moscheen in Amerika hervorzuheben. Der Zweck der Dokumentation ist es, eine Gruppe von Menschen zu engagieren, die mit ihrer örtlichen Moschee nicht mehr verbunden sind, und die verschiedenen Gründe die dazu führten dass sie dieser Ansicht sind, zu erörtern.

Die Verbundenheit zur Moschee war mir immer sehr wichtig und dies hat viel mit meiner Erziehung durch meine Eltern und den wunderbaren Menschen die auch einen Teil dazu beitrugen, insbesondere die Onkel und Tanten in meiner Kindheit. So habe ich auch jetzt noch ein gutes Verhältnis zur Moschee, egal ob ich der einzige Afrikaner bin, ob ich die Khutba verstehe oder nicht, sei die nun in Arabisch, Türkisch, Bosnisch oder Urdu.

Es ist wohl wahr, dass die Moscheen, die mich immer wieder anziehen, die sind die eine hohe Anzahl von Menschen verschiedener Nationalitäten hat. Die Offenheit ausstrahlt und doch ein ruhiger Platz ist um meinen Iman zu stärken. Vor allem aber eine gute Community drum herum hat und vielleicht bin ich von der Moschee in der ich mehr oder weniger aufgewachsen bin verwöhnt, aber mir fehlt sowas in den Moscheen hier. Ich erinnere mich als der Verein, dessen Mitglied meine Eltern waren, umgezogen ist und dann ihre eigenen Wände bekommen hat. Nun eine selbstständige Moschee, okay mit einem Partner Verein aber trotzdem. Ich erinnere mich an die vielen Picknicke die einmal im Monat stattfanden, die Zeltlager, die Feiern, die Familie. Meine Großfamilie.

So ist es traurig zusehen, dass wenn ich in manchen Moscheen bin, ich oft der einzige unter 30 bin und dies sage ich nicht um damit irgendwie anzugeben. Dass wenn es Jumuah ist man keinen Platz findet und selbst draußen auf den Planen kein Platz ist, aber an den restlichen Tagen man nicht 4 Reihen füllen kann. Der Film gibt da einige Gründe wieder, wieso dies so seien könnte. Ein besonderer Grund, die fehlende Inklusion der Frauen, die Zweitklassige Behandlung unserer Schwester, die nicht vom Islam ist.

Khutbas sind dem Leben der Zuhörenden oft nicht angepasst, auch werden Imame zu meist aus dem Ausland gesourced und können oft nicht die hiesige Sprache flüssig sprechen. So ist es oft ein Schmaus wenn man den Imam versteht, egal worüber er spricht. Oft sind diese auch noch Wiederholungen, so dass es nicht abnormal ist, eine Handvoll von Leuten schlafend zu sehen. Unsere Community und Moscheen sprechen nicht die wichtigen Sachen an und verlieren sich in kleinen Sachen die Streit entfachen.

Konvertiten sind nach der Konvertierung oft auf sich allein gestellt. Moscheen legen keine Wichtigkeit auf Programme besonders für Konvertiten.  Viele Konvertiten und auch Muslime verlieren den Islam, weil sie keinen Anschluss finden. Meistens ist es nicht, dass sie auf einmal nicht mehr an Gott glauben oder an den Propheten (saw.), ihr Glauben ist nicht das Problem. Das Problem ist da die Gemeinde, die sie alleine lässt. Natürlich gibt es Nuancen in vielen Sachen die im Film besprochen wurden und dass ist eine Kritik die ich an dem Film habe, es gibt nicht viele andere Meinungen die dargestellt werden.

Ich bin nicht mit allem zufrieden, aber dieser Film ist ein ehrlicher Anfang. #Unmosqued hat eine Diskussion entfacht, die die Community braucht. Dies muss aber am Leben gehalten werden, es müssen Lösungen gesucht werden. Einfach einen Film über unsere Probleme drehen ist schön und gut. Es bringt aber nichts allein und so fand ich es ziemlich gut das Tariq El Messidi und seine Gruppe ein Part im Film hatte wenn wir etwas ändern möchten, Unmosqued zu sein wird da nicht helfen. Wir müssen aktiv sein und so freue ich mich dass die Leute von Unmosqued planen sich mit ISPU zusammen zu setzen um eine Studie zu den Best Practices herauszuarbeiten.

Insgesamt fand ich den Film Augen öffnend und wichtig, aber auch ziemlich deprimierend. Ich wünschte mir er wäre irgendwie inspirierend. Als Ich es mir zum Ersten Mal angesehen hatte fühlte ich mich, als ob ich die ganze Zeit meinen Atem anhalte, und darauf warte endlich Luft zu nehmen. So ist mein Eindruck im großen und ganzen gleich geblieben. Durcheinander, nicht wissend was ich jetzt tun soll, was getan werden muss.

Da sind die Wörter am Ende von Ustadh Nouman Ali Khan irgendwie rettend. „Sei kein Konsument. Du wirst immer enttäuscht sein, so lange  wir das Konsumenten Bewusstsein haben: „Ich bin da gewesen und meine Kundendienst Bewertung ist 1 Stern, ein halber Stern.” Denkst du immer noch nicht als Mitwirkender und du wirst Enttäuscht sein. Menschen werden dich immer enttäuschen, aber wenn du rein gehst um Allahs Willen, für die Zukunft, sagend: „Ich hatte eine schlechte Erfahrung, ich will nicht das andere dass gleiche erfahren”. Dies wäre dann ein Selbstloser Beweggrund.

Ich wünsche mir, dass alle sich in der Moschee wohl fühlen können. Dass die Moschee der Kern, das Herz unserer Community ist, so wie es in meiner Kindheit war. Dass die Jugend, Kinder und Eltern, Singles und Paare ein Platz finden wo sie komfortabel sind, wo sie zu Hause sind, wo sie lachen, spielen, lernen und altern.  Ich liebe die Moschee und will nicht, dass ich der Einzige bin. Was denkt ihr? Habt ihr den Film gesehen?

Wa Salam,

Abdur-Rahman

 

Mu610

About Mu610

22 year old German Muslim currently studying at Bradford University in the UK. Born in Marburg, raised in Berlin and spent 5 years in Nottingham then moving to Bradford in September '12. Is fluent in German and English and has some knowledge of French and Arabic, has an interest in learning Japanese, Italian, Spanish, Russian, Chinese and maybe Urdu for now.

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