Über die Liebe und ihrer Defintionen

Salam Alaikum,

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Das Binärsystem könnte schon bald eine neue liebes Sprache werden, in unserer Technologisch fortgeschrittenen Welt. Unsere Smartphones werden öfters gestreichelt als unsere Kinder oder unsere Tiere. Familien sitzen längst nicht mehr nur noch vor dem Fernsehr um Zeit miteinander zu verbringen sondern vor mobilen Bildschirmen, von denen jeder in der Familie mindestens eins hat, auch der 3-Jährige, der mit dem IPad besser umgehen kann als sein Großvater.

Die Welt ist kälter geworden, es fehlt an Mitgefühl, Liebe. Haben die Zahlen 1 und 0 unsere Welt erobert, sei es nun auf dem Bildschirm oder auf unseren Geldscheinen. Al-Miqdam ibn Ma’dikarib berichtete dass der Prophet saw. gesagt hat: „Wenn ein Mann seinen Bruder liebt, sollte er ihm sagen, dass er ihn liebt.” [Sahih, Abu Dawud]

Wann haben wir zum letzten mal unseren Mitmenschen gesagt oder gezeigt dass wir sie schätzen, geschweige denn unseren Eltern, Kinder oder Geschwister, dass wir sie lieben? Diesen Monat werde ich mich daher dem Thema der Liebe hinwenden. Es wird sich darum drehen, mehr liebevoll zu sein und werden. Es geht hier allerdings und  dass will ich nochmal betonen nicht speziell um die Liebe im romantischem Sinn, sondern vielmehr zu der der Menschheit gegenüber. Sowie Reehab Ramadan dies in ihrem Beitrag Love it’s what’s missing  vermisst, vermisse ich auch es in unserem Alltäglichen Leben und Verhalten.  Wie sie, frage ich mich auch warum die einzige Art der Liebe die anscheinend jeden Tag  annonciert wird, die der romantischen und sexuellen ist. Wieso Liebe und Mitgefühl für die Menschheit nicht im Mittelpunkt steht. Ist es so weil es einfacher zu lieben ist, wenn für einen auch etwas raus springt? So wie es bei der romantischen art der Liebe der Fall ist. Wenn was einen verbindet, sowie Blut oder Kameradschaft? Was ist dann  mit den Menschen die wir nicht kennen, die Meilen weit entfernt von uns sind. Die anders sind, anders aussehen, anders leben, anders glauben und  anders denken? Sind diese uns egal?

So will ich in diesem und den nächsten Beiträgen, so Gott will, darauf eingehen, was Liebe eigentlich bedeutet linguistisch gesehen. Dann  werde ich darauf eingehen wieso es uns gut liegt Allah lieben zu lernen. In einem weiteren Beitrag werde ein bisschen darauf eingehen, was ich persönlich an dieser Religion so liebe. Die Liebe zur Familie insbesondere der Mutter wird, so Gott will, weiterer Bestandteil eines Posts sein und letztens die Liebe zur Gemeinschaft und Menschheit allgemein.

Liebe, strikt nach dem Duden ist:

  • ein starkes Gefühl des Hingezogenseins; starke, im Gefühl begründete Zuneigung zu einem [nahestehenden] Menschen
  • auf starker körperlicher, geistiger, seelischer Anziehung beruhende Bindung an einen bestimmten Menschen [des anderen Geschlechts], verbunden mit dem Wunsch nach Zusammensein, Hingabe o. Ä.
  • sexueller Kontakt, Verkehr
  • gefühlsbetonte Beziehung zu einer Sache, Idee o. Ä. in »mit Liebe«
  • Gefälligkeit; freundschaftlicher Dienst
  • (umgangssprachlich) geliebter Mensch

Das Wort Liebe ist von dem Ur-indogermanischem Wort fürs Genießen und Ersehnen abgeleitet. Im Alt-Hoch Deutsch kommen die Bedeutungen Glück, Gesundheitlich, Annehmlich und Freude dazu. Im Arabischen gibt es, wie so oft, viele Wörter die mit der Liebe und Art der Liebe zu tun haben. Hubb und Mawaddah sind zwei bekannte Wörter, die auch im Quran vorkommen. Unter anderem gibt es aber auch die Wörter Ishq, welches mit der Leidenschaft zu tun hat. Shaghaf auch, aber dies ist liebe die einen konsumiert, dessen adjektiv Form als verknallt sein übersetzt werden kann. Shaghaf ist aber auch eine Herz Krankheit. Dieses Wort kommt auch im Quran vor und beschrieb die Liebe, die die Frau von Al-Aziz zu Joseph (Yusuf as.) fühlte. Hawa ist mehr oder weniger Liebe, die dir die Füße weg fegt und Walah ist Liebe die einen verrückt macht. Es gibt etliche mehr und da meint man Französisch wäre die Sprache der Liebe.

Wa Salam,

Abdur-Rahman

 

Mu610

About Mu610

22 year old German Muslim currently studying at Bradford University in the UK. Born in Marburg, raised in Berlin and spent 5 years in Nottingham then moving to Bradford in September '12. Is fluent in German and English and has some knowledge of French and Arabic, has an interest in learning Japanese, Italian, Spanish, Russian, Chinese and maybe Urdu for now.

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