Unsere Schäflein

Salam Alaikum,

wir als Menschen nehmen vieles als selbstverständlich an. Wir vergessen oft diejenigen die weniger als wir haben. Unsere Gesellschaft wird immer egoistischer, wir sind so sehr in unsere iPhones und iPads versunken, dass wir alles um uns herum vergessen. Das Motto, dass viele von uns heute adoptieren ist ” looking out for number I”, wir kümmern uns nur darum unsere Schäflein ins Trockene zu bringen, das der Wolf die wenigen Schafe des neuen Nachbarns fressen würde, wenn wir nicht aushelfen  ist uns total egal.

Ich frage mich was dies mit uns macht, wir wissen mehr den jeher über die Probleme die unsere Gesellschaften plagen, ob Armut oder Kriminalität. Tuen wir selber aber aktiv etwas dagegen, statt immer nur Geld gegen ein Problem zu schmeißen? Versteht mich nicht falsch, in vielen Fällen fehlt gerade da wo es ansatzweise Lösungen zur Milderung eines Problemes gibt, das Geld. Zu spenden ist also immer notwendig, aber uns für eine Sache aktiv einzusetzen ist genauso wichtig, wenn nicht wichtiger.

Auf einer Seite sind wir auch undankbar für dass was wir haben, wollen aber mehr und auf der anderen geben wir nicht mehr, sind aber auch nicht dankbar darüber dass wir es nicht so schlimm haben.

Wir sind Konsumenten geworden, gefangen im Work, Watch, Spend treadmill ( der arbeiten, anschauen, ausgeben Tretmühle). Wie es in einem Hadith heißt,

Überliefert von Anas bin Malik:

Allah’s Gesandter (ﷺ) sagte, ” Wenn der Sohn Adams ein Tal voller Gold hätte, würde er zwei Täler haben wollen, denn nichts füllt seinen Mund außer Staub. Und Allah vergibt denjenigen der ihn um Vergebung bittet.

[Sahih al-Bukhari]

Dies zeigt uns, dass es in einem bestimmten Maße in unserer Natur ist. Das Allah uns so erschaffen hat und er uns Reichtum gibt. Es gab reiche Sahabi und Muslime im Generellen, die wohlhabend waren ,für die ihre Geschäfte erfolgreich waren. Ein Muslim gibt nicht diese Welt für das des nächsten auf, sondern schöpft von beiden.

Im Quran heißt es aber auch:

“Unter euch gibt es diejenigen die den Gewinn dieser Welt begehren, und andere die das Jenseits begehren.” [ Ali Imran Das Haus Imran 3:152 ]

Dieser Vers ist eine Nach-Kriegs Kommentation des Verlusts in der Schlacht von Uhud.. Der Prophet saw. hatte einigen Bogenschützen befohlen nicht von ihrem Platz zu weichen, selbst wenn sich Geier von ihrem Fleisch verzehrten. Als aber das Gegenteil eintraf und die Muslime gewannen, waren sie uneins über der Forderung des Propheten saw. und schließlich wichen von ihrem Posten. Es ist möglich, dass sie auch einen Anteil an der Kriegsbeute haben wollten, denn nach den Gesetzen die in der damaligen vor-islamischen Zeit herrschten, hieß es wer zuerst kommt mahlt zu erst. (Wa Allahu Alam, so viel ich weiß haben einige Mufassirin dies berichtet, ist aber Hypothese Allah swt. weiß es besser)

Khalid ibn Al-Walid ra. der damals noch nicht Muslim war, sah die Öffnung die sich durch die Bogenschützen öffnete und nutzte diese um diese Schlacht zu gewinnen.

Wir sehen also obwohl Reichtum und der Arbeiten, Fernseher, Ausgaben Kreis uns als Muslimen nicht verboten ist, sollte es uns nicht konsumieren. Was uns wichtig ist, unsere Werte und Ethik sollte dadurch nicht kompromittiert werden. Dass was wir in dieser Welt mit unserem Gewinn machen ist ein Test für uns, wir begehren letztendlich nicht den Gewinn in dieser Welt sondern den im Jenseits, wir benutzen unser Vermögen um Allah swt. Willen.

Wenn wir uns immer nur mit uns selber beschäftigen, mit dem was uns weiter voranbringt, was uns reicher macht, dann wird es leicht sein andere auszubeuten. Als Gesellschaft haben wir diese Obsession mit den berühmten und reichen dieser Welt, wir wollen alles über sie und ihren Erfolg wissen. Dass die auch nur Menschen sind vergessen wir schnell.

Wenn wir erkennen das diese Welt ein einziger Test ist, ein Test in dem wir nicht wissen wann unsere Zeit um ist, vielleicht schon in der nächsten Sekunde. Wenn wir endlich okay mit wenigerem sind, als dass was wir haben. Dass wir nie, wie in dem Hadith oben erwähnt wurde,  komplett zufrieden sind. (Dass ist das Paradies) Wenn wir die Liebe zu Allah an erster Stelle stellen. Wenn wir all dass tuen, dann wird es leichter sein uns einzusetzen und von dem was wir haben aufzugeben. Ich glaube daran dass wir Armut vollständig auslöschen können, wenn wir nur alle etwas dafür tun.

Die IF Enough Food For Everyone Kampagne im letzten Jahr hat erfolgreich die Stärke von Menschen die sich für die Eradikation von Armut einsetzen gezeigt. Die Anzahl an Events quer durch Großbritannien und Irland war massiv. Hören wir also auf unseren Kopf in den Sand zustecken und tuen etwas wenn auch klein.

In der Al-Fatiha die wir jeden Tag mindestens 17 mal rezitieren, fragen wir um die Hilfe Allahs um uns zu rechtleiten. Im Vers Iyaka nabudu wa iyaka nastain, wird unsere Anbetung Allahs zuerst erwähnt und dann die Bitte um Hilfe. Unsere Anstrengung, unser Jihad ist Requisite dafür dass Allah swt. uns hilft. Wir können nicht Allah swt. bitten uns in die Schule zu transportieren, während wir im Bett unter unserer Decke liegen oder um eine gute Note in einem Test bitten ohne dafür geübt zu haben. So funktioniert es nicht.

Möge Allah swt. uns dabei helfen dies in die Tat umzusetzen, uns für die Probleme in unserer Gesellschaft einzusetzen und nicht dem Egoismus zu verfallen. Möge Allah swt. unsere Anstrengung belohnen und unsere Absicht rein halten. Amin.

Lasst uns mehr dankbar sein für das was wir haben und uns für die einsetzen, die wenig haben. InshaAllah.

Dies ist an erster Stelle eine Erinnerung an mich selber.

Wa Allahu Alam,

Wa Salam,

Abdur-Rahman

 #January – Being Thankful

Mu610

About Mu610

22 year old German Muslim currently studying at Bradford University in the UK. Born in Marburg, raised in Berlin and spent 5 years in Nottingham then moving to Bradford in September '12. Is fluent in German and English and has some knowledge of French and Arabic, has an interest in learning Japanese, Italian, Spanish, Russian, Chinese and maybe Urdu for now.

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