Dankbar sein.

1. Rabiul Awwal 1435

…soll ich nicht ein dankbarer Diener sein?

Salam Alaikum,

heute will ich als Teil meines Monats-Themas “Dankbar sein”, etwas darauf eingehen was dies bedeutet und wieso es so wichtig ist.

Erst zum Wort Dank“, im Deutschen wird er vom Alt-Hoch Deutsch danc,  welches sich vom urgermanischem þankaz ableitet. Daher kommt auch das englische Wort thanks. Es schließt auch das Wort danken, sowie auch denken und Anerkennung ein. Im Arabischen gibt es einige Wörter die Dankbarkeit ausdrücken, sowie شكر Shukrحمد Hamd oder ممنون  Mamnun.

Interessanterweise sagt der Österreichischer Schriftsteller Ernst Ferstl, “Die Zufriedenheit und die Dankbarkeit sind zwei unzertrennliche Weggefährten, sie verstehen einander blind.”

Im Islam wird von vielen der Salaf as-Salih (Rechtschaffenen Vorfahren ) überliefert, “Der Glaube hat zwei hälften: die erste Hälfte ist Geduld (Sabr); und die andere Hälfte ist Dankbarkeit (Shukr).” [Suyuti, al-Jami` al-Saghir] So steht im Quran auch “Siehe, darin sind wahrlich Zeichen für alle in Geduld Standhaften und Dankbaren.” [Ibrahim 14:5]

Im Arabischen ist eines der Wörter das Zufriedenheit bedeutet رضا Rida, Imam Ibn Rajab Al-Hanbali (rah) sagt darüber:  

‘Rida ist empfohlen wohingegen Sabr Pflicht ist, von Sabr folgt eine Menge an Gutem. Der Unterschied zwischen Rida und Sabr ist, dass Sabr die eigene Seele zu beherrschen um Unmut oder Unzufriedenheit gepaart mit der Erfassung von Schmerz von dem was ihm widerfahren ist und den Wunsch es entfernt zu sehen ist; Rida ist die Erweiterung des Herzens zu dem was widerfahren ist, die totale Akzeptanz des göttlichen Dekrets und dessen Wunsch nicht ist dass es entfernt wird. Selbst wenn man Schmerz verspürt, verringert Rida den Schmerz wegen der Gewissheit (Yaqeen) und Bewusstheit (Ma´rifa) , die im Herzen Wurzeln geschlagen hat. Da der Zustand  Rida stärkt,  ist es sogar möglich, dass die Person nicht mehr den Schmerz spürt. “

– Ibn Rajab (R) in Jami’ al-’Ulum wa-l-Hikam [1/239]

Wem sollte unser Dank also gebühren?

In erster Linie, Gott.

“Und wahrlich Wir gaben Luqman Weisheit: “Sei Allah dankbar; denn wer dankbar ist, der ist nur zu seinem eigenem Besten dankbar. Und wer undankbar ist – siehe, Allah ist unabhängig und rühmenswert.” “Da sagte Luqman zu seinem Sohn, ihn ermahnend: O mein Sohn! Setze Allah keine Gefährten zur Seite. Siehe, Vielgötterei ist ein gewaltiger Frevel.” Wir legten dem Menschen Güte gegen seine Eltern an das Herz. Seine Mutter trug ihn von Schwäche zu Schwäche, und seine Entwöhnung dauerte zwei Jahre. (Allah sagt:) “Sei Mir und deinen Eltern dankbar.” Zu Mir ist der Heimgang” [Luqman 31:13-14]

Interessant ist auch, dass Allah swt. Luqman as., Weisheit damit zum Ausdruck bringt, dass er sagt wir sollten Allah dankbar sein. Ibn Abbas ra. sagte dass “die Realität der Dankbarkeit ist Allah mit allen deinen Gliedmaßen im Privaten und im Öffentlichen zu gehorchen.”

Ibn Al-Qayyim sagte:

“Shukr ist, die Auswirkungen des Segens von Allah auf der Zunge durch Lob und Anerkennung aufzuweisen;

im  Herzen durch Bezeugung und Liebe;

und auf den Gliedern durch Unterwerfung und Gehorsamkeit. ”

[Madaarij As-Saalikeen, 2/244]

Es gibt so vieles wofür wir Allah dankbar sein sollten, für unser Leben, Gesundheit, unserer Familie, Essen, Luft, etc. pp.

“Und Er gibt euch etwas von allem, um das ihr Ihm bittet. Und wenn ihr die Gnadenserweise Allahs aufzählen wollten, könntet ihr sie nicht berechnen.”  [Ibraham 14:34]

Und…

“Denkt ihr nicht über das Wasser nach, das ihr trinkt? Seid ihr diejenigen, die es aus den (Regen-)Wolken niedersenden. Oder sind wir (Allah) die Hinabsendenden? Und hätten wir gewollt, so hätten wir es bittersalzig gemacht. Würdet ihr doch bloß dankbar sein!”

[Al-Waqia 56:68-70]

Hier wird eines der Gnaden die Er swt. uns gegeben hat “gehighlighted”, aufschlussreich ist auch dass hier alle drei Teile des Dankes die ich oben angegeben für das Deutsche Wort aufgezeigt wurde. Das Denken am Anfang, man denkt über eine Bestimmte Sache nach. Die Anerkennung, dass Allah swt. uns diese als eine Gnade herabgesendet hat und dass wir dafür dankbar sein sollten.

Ob es uns gut geht oder schlecht, wir sollten versuchen dankbar zu sein in einem Hadith berichtet Aischa, Allahs Wohlgefallen auf ihr:

Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, pflegte zu beten, bis seine Füße rissig wurden. Da sagte sie (`Aischa): “O Gesandter Allahs, warum machst du so was, während Allah dir doch deine vergangenen und künftigen Sünden vergeben hat?” Er erwiderte: “O `Aischa, soll ich nicht ein dankbarer Diener sein?”
(Buchari, Muslim und Ahmad Ibn Hanbal)

Wir sollten auch dankbar gegenüber unseren Mitmenschen sein, für das Gute dass wir durch ihnen von Allah swt kriegen, in einem Hadith überliefert von Abu Hurairah ra. heißt es,

Wer den Menschen nicht dankt, dankt nicht Allah.

(Abu Dawud)

Im Quran und den Ahadith, wird auch öfters Dankbarkeit zu den Eltern mit der Dankbarkeit zu Allah swt. in Verbindung gebracht wie oben erwähnt. “Seine Mutter trug ihn von Schwäche zu Schwäche, und seine Entwöhnung dauerte zwei Jahre. (Allah sagt:) “Sei Mir und deinen Eltern dankbar.”

Damit schließe ich auch für heute, Dankbarkeit ist Teil des Glaubens und somit ist es sehr wichtig für einen Muslim Dankbarkeit zu zeigen. Sowohl Gott zu Lobpreisen und Danken als auch den Menschen um uns herum ins Besondere unseren Eltern.

Jeder ist seines Glückes Schmied, sagt der Volksmund.

Wa Allahu ‘Alam

Wa Salam,

Abdur-Rahman

PS: Vieles wurde aus dem Englischen übersetzt, falls irgendwelche Fehler da sind.

some Links

http://sheikhynotes.blogspot.co.uk/2011/01/gratefulnessshukr.html

http://questforparadise.wordpress.com/2013/01/28/understanding-rida-contentment-with-qadr/

http://spa.qibla.com/issue_view.asp?HD=7&ID=11971&CATE=1431

http://abdurrahman.org/knowledge/Abbas-Abu-Yahya/4-Imaan-is-Patience-and-Gratitude_-_www.AbdurRahman.org.pdf

 

Mu610

About Mu610

22 year old German Muslim currently studying at Bradford University in the UK. Born in Marburg, raised in Berlin and spent 5 years in Nottingham then moving to Bradford in September '12. Is fluent in German and English and has some knowledge of French and Arabic, has an interest in learning Japanese, Italian, Spanish, Russian, Chinese and maybe Urdu for now.

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